„Die Gitarre verbindet Kulturen“ – Im Gespräch mit Carlos Piñana
Im Gespräch mit Carlos Piñana, der am 14. November 2026 bei „Guitarrissimo!“ im Kurhaus Bad Aibling auftritt
Flamenco, klassische Musik, Pop – wenn beim „Guitarrissimo!“-Abend Künstler verschiedener Nationen und Stilrichtungen aufeinandertreffen, wird die Gitarre zur gemeinsamen Sprache. Mit dabei ist Carlos Piñana, einer der renommiertesten Flamenco-Gitarristen Spaniens. Nach seinem Auftritt bei den Saitensprüngen 2022 kehrt er nun nach Bad Aibling zurück – diesmal im Duo mit Rainer Maria Nero.
Wir haben uns vorab mit ihm unterhalten: Über seine Musik, Guitarrissimo! und seine Verbindung zum Saitensprünge-Festival. Und darüber, was ein Flamenco-Gitarrist immer griffbereit haben sollte:
Carlos, sechs Künstler, viele Stilrichtungen – was passiert, wenn beim Guitarrissimo!-Konzert am 14. November Flamenco, klassische Musik und Pop Backstage aufeinandertreffen?
Carlos Piñana: Es passiert etwas ganz Besonderes. Wir entdecken, dass wir, obwohl wir unterschiedliche musikalische Sprachen sprechen, alle dieselbe Leidenschaft für die Musik teilen. Es ist immer bereichernd, Ideen, Erfahrungen und unterschiedliche Sichtweisen auszutauschen. Zudem führen diese Begegnungen oft zu unerwarteten Gesprächen und Momenten, die uns schließlich alle inspirieren.
Die Gitarre verbindet Kulturen aus aller Welt. Erinnerst du dich an einen Moment, in dem du diese Verbindung besonders intensiv gespürt hast?
Carlos Piñana: Das habe ich auf meinen Reisen und bei meinen Konzerten schon oft gespürt. Ich bin immer wieder beeindruckt zu sehen, wie Menschen aus ganz unterschiedlichen Orten und Kulturen emotional auf die Gitarre reagieren, auch wenn wir nicht dieselbe Sprache sprechen. Musik hat die Fähigkeit, Menschen auf direkte und aufrichtige Weise miteinander zu verbinden, und die Gitarre ist eines der Instrumente, das diese Verbindung am besten verkörpert.
Welcher der im diesjährigen „Guitarrissimo!“-Konzert vertretenen Stile ist deiner eigenen musikalischen Sprache am fernsten? Und was bewunderst du daran am meisten?
Carlos Piñana: Popmusik ist wahrscheinlich der Stil, der meinem Flamenco-Hintergrund am fernsten ist. Ich bewundere jedoch zutiefst ihre Fähigkeit, sofort zu kommunizieren und ein breit gefächertes Publikum zu erreichen. Mit scheinbarer Einfachheit so viel vermitteln zu können, ist eine bemerkenswerte Leistung.
Was bedeuten Bad Aibling und das Saitensprünge-Festival für dich persönlich?
Carlos Piñana: Für mich ist das Saitensprünge-Festival ein Ort der Begegnung, an dem die Gitarre in ihrer ganzen Vielfalt präsentiert wird. Es ist ein Festival, das sich künstlerischer Exzellenz verschrieben hat und den Dialog zwischen verschiedenen Musikstilen fördert – etwas, das ich als besonders wertvoll erachte. Außerdem ist es immer wieder eine Freude, nach Bad Aibling zurückzukehren und Musik mit anderen Musikern und einem so herzlichen und aufgeschlossenen Publikum zu teilen.
Was darf auf Reisen auf keinen Fall in deinem Gitarrenkoffer fehlen?
Carlos Piñana: Neben Ersatzsaiten, die absolut unverzichtbar sind, würde ich sagen, dass ein Capo (Kapodaster) niemals fehlen darf. Es ist ein kleines Teil, aber für einen Flamenco-Gitarristen kann es bei jedem Konzert absolut unverzichtbar sein.
Lieber Carlos, vielen Dank für das Gespräch und wir freuen uns auf deine feurigen Flamenco-Rhythmen bei unserer „langen Nacht der Gitarren“ im November.
Wer das Carlos Piñana Duo live erleben möchte, sollte sich diesen Abend vormerken!
Tickets sind unter www.saitenspruenge.com sowie im Haus des Gastes, Tel. 08061 908015, erhältlich.

